Mittwoch, 16. Juli 2014

Traktor und Erdbeeren

Unser Kleiner ist momentan unglaublich begeistert von Autos, Baggern, Hubschraubern und Traktoren. Warum, das weiß ich nicht. Ich weiß nur, wenn ich mit ihm dieselben Bilderbücher anschaue, die ich bestimmt hunderte Male zuvor mit dem Töchterchen angesehen habe, entdeckt mein Sohn als erstes und ganz zielstrebig alle Fahrzeuge und Maschinen. Meine Tochter hat diese Dinge einfach gar nie registriert, für sie waren nur die Tiere auf den Bildern wichtig.

traktorshirt1

Wer mich kennt, weiß, dass ich eigentlich sehr allergisch reagiere auf Geschlechterstereotypen. Auch bei Kinderkleidung (-spielzeug usw...) bin ich überhaupt nicht angetan von der so weit verbreiteten strikten Trennung zwischen "Buben" und "Mädchen". (Einen interessanten Beitrag zu "geschlechtsspezifischen Motivstoffen" könnt ihr hier, bei Carmen lesen.)
Klar bekommt meine Tochter Kleider und Röcke, und vermutlich (es sei denn, es ist sein ausdrücklicher Wunsch) wird ihr kleiner Bruder die später nicht auftragen. Meistens, denke ich, gelingt es mir aber, bei der Farb-und Stoffwahl (Motivwahl) nicht nur die gängigen Klischees zu bedienen. (Um das mal klarzustellen: Ich finde es völlig ok, dass es in manchen Bereichen, eben z.B. bei der Kleidung, Unterschiede zwischen Mädchen und Buben gibt, aber ich finde es einfach nicht gut, wenn die Grenzen da so starr sind. Letztendlich geht es natürlich nur um die Interessen und Vorlieben der einzelnen Kinder, und die sind zum Glück alle unterschiedlich.)
Eigentlich.
Und dann nähe ich sowas ;-):

traktorshirt_2

Wie auch immer, ich wollte meinem Sohn gerne eine Freude machen - denn das sollte bei all dem ja doch die Hauptsache sein ;-) - und habe also ein schlichtes dunkelblaues T-Shirt genäht (Schnitt von mir, Stoff von hier) und einen Traktor appliziert.
Und es ist mir gelungen, das mit dem Freude machen!

Zu meiner Verteidigung: Ich würde sofort auch für meine Tochter ein Traktorshirt nähen oder eines mit Raketen, Dinosauriern, Monstern, Werkzeug oder was auch sonst angeblich "typisch Bub" ist.
Allerdings hat sie sich einen ganz anderen Stoff ausgesucht, einen mit kleinen Erdbeeren und Erdbeerblüten, und sofort entschieden: "Daraus möchte ich einen Rock!"

erdbeerrock

Tragefotos wollen im Moment nie gelingen, aber stellvertretend posiert hier des Töchterchens Lieblingseichhörnchen; das hat nämlich aus einem Stoffrest einen Partnerlook-Rock bekommen.

Ich habe den Rock nach eigenem Schnitt genäht, eigentlich ähnlich wie hier, nur ist das Rockteil weiter und stärker gekräuselt. Ich habe außerdem vorne eine abgerundete Passe genäht und nur hinten ein Gummi eingezogen. So hab ich das auch schon bei Röcken für mich versucht, zum Beispiel beim blauen Punkterock. Eigentlich gefällt mir diese Lösung sehr, beim Kinderrock passt auch alles sehr gut, nur bei meinem Rock ist nach mehrfachem Tragen die Passform nicht mehr so ideal, da muss ich wohl noch ein bisschen tüfteln, wie ich diese Schnittvariante verbessern kann... Ideen sind natürlich willkommen.

A propos Röcke: Sobald ich es schaffe, vernünftige Fotos zu machen, zeige ich Euch gerne noch einen Lieblingsrock von mir. Bis dahin tauche ich noch einmal unter ins Sommerloch :-)

Macht es Euch schön!

Montag, 30. Juni 2014

Sommermodus

malen
blumen
kochen kirschenohren pusteblumen blumenkranz

Noch eine Woche, dann beginnen die Ferien (für mein großes Kind die letzten vor dem Schulbeginn). Wir werden hoffentlich noch mehr zusammen sein, alle vier, noch mehr draußen sein, viel unterwegs und auch ein bisschen - wenn auch nicht in die Ferne - verreisen. Vieles, das liegengeblieben ist, soll endlich mal fertig gemacht werden, ein paar Entscheidungen gefällt, Pläne geschmiedet werden. Vieles möchte ausprobiert werden, und da schwirren auch noch ein paar neue Schnitt-Ideen in meinem Kopf herum. Das versprochene Free-Book hab ich auch nicht vergessen.
Und vor allem, so ich es denn schaffe ;-), soll es eines werden: Ein bisschen langsamer. Deshalb wird es in den nächsten Wochen hier, wenn auch wohl nicht ganz still, doch zumindest leiser werden.

Euch allen wünsche ich einen wunderschönen Sommer!

Donnerstag, 26. Juni 2014

Japan-Sew-Along: Finale und Fazit

Im Rahmen des Japan-Sew-Alongs auf dem Tanoshii-Blog (initiiert von Catrin - vielen Dank!) (und schon davor - hier und hier) hab ich in den letzten Wochen einige Kleidungsstücke nach japanischen Schnitten genäht und konnte somit meine Sommergarderobe wunderbar aufstocken.

Noch nicht gezeigt hab ich meine Blümchenbluse, die darf heute auch bei RUMS vorbeischauen.


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Schnitt: Modell M aus "Kleider und Tops zum Kombinieren" 

Die Bluse ist ganz sommerlich leicht und luftig geworden, und ich mag sie sehr. Genauere Informationen zum Schnitt bzw. zu meinen Änderungen und eine Detailfoto findet ihr hier.

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Ich mag, dass die Bluse eher locker sitzt, aber doch nicht zu sehr. Auf jeden Fall ist sie bequem und sehr angenehm zu tragen - bestimmt auch, wenn es richtig heiß ist (das konnte ich wetterbedingt noch nicht testen).

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Der Blümchenstoff in Kombination mit der von mir schlussendlich recht exzessiv eingesetzten Spitze wirkt, finde ich, irgendwie nostalgisch (der Herzliebste hat irgendwas von wegen "Oma" gemurmelt...), die ganze Bluse recht zart - das mag ich (nicht immer, aber in einer bestimmten Stimmung). Ich hoffe jedenfalls, dass ich die Gefahr, ein Nachthemdchen zu produzieren, erfolgreich gebannt habe.


Die anderen Kleidungsstücke, die ich während des Sew-alongs genäht habe, hab ich in den letzten Wochen schon öfter getragen, und eigentlich haben sie sich alle bewährt.

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Das blaue Leinenkleid ist ein echter Liebling. Ich trage es eigentlich immer mit Gürtel in der Taille; das ist vielleicht nicht die beste Lösung, aber ich fühle mich trotzdem wohl. Ich kann mir gut vorstellen, das Kleid irgendwann mal aus einem leichteren, besser fallenden Stoff zu nähen, damit ich es wie im Original auch ohne Gürtel anziehen mag.









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Die Passform der Wickeltunika ist nicht ganz optimal, ich habe sie aber trotzdem schon ein paar mal ausgeführt. Den Stoff und die Farbe mag ich sehr. Ich kann mir gut vorstellen, die Tunika, wenn es kühler ist, unter einer Strickjacke zu tragen, oder sie nach dem Sommer mit anderen eher herbstlich-winterlichen Kleidungsstücken zu kombinieren, zwischen denen die grün-weißen Blümchen dann hervorblitzen.









bluse
Die dunkelblaue Bluse - da reiche ich heute ein Tragefoto nach - war eher als Probeteil gedacht, um diese Art Schnitt einmal an mir auszuprobieren.
Die Bluse hat es aber in den Kleiderschrank geschafft, sie ist schön leicht und luftig. Mein Mann nennt sie "Allerweltsteil", tatsächlich ist sie nicht besonders "spektakulär", aber ich sage dazu "gut zu kombinierendes Basic-Stück" :-)


Für mich steht fest, dass ich mich weiterhin mit japanischen Schnitten (verschiedener Designerinnen) beschäftigen werde. Es stehen noch viele Schnitte auf meiner Wunschliste, da war der Sew-Along wirklich inspirierend, aber das scheint den anderen Teilnehmerinnen ähnlich zu gehen. Bestimmt bin ich auch nicht die einzige, die die Schlichtheit der Modelle lobt, oder der die schönen Details gut gefallen. 
Unter den japanischen Schnitten gibt es sicherlich einige "extravagante", die ich, ich muss es zugeben, für mich nicht unbedingt als Erstes auswählen würde. Ich finde aber, es lassen sich viele alltagstaugliche Modelle finden, die trotzdem ein bisschen "besonders" sind und sich wunderbar individuell anpassen lassen. Vielleicht klingt es lächerlich, aber ich fühle mich zum Beispiel in einem sauber verarbeitetem Webstoff-Oberteil mit kleinen, aber feinen Details einerseits irgendwie "erwachsener", andererseits auch ein bisschen "besser angezogen" als in einem T-Shirt, das eben jede/r trägt. (Ich habe aber absolut nichts gegen T-Shirts, trage sie gerne und werde sicher noch oft welche nähen!)
Was mir an den japanischen Schnittmusterbüchern (ok, ich kenne jetzt vier, das ist vielleicht nicht besonders repräsentativ...) auch sehr gut gefällt, ist die Art, wie die Nähanleitungen gestaltet sind. Da gibt es wenig Text, aber sehr aussagekräftige Illustrationen. Außerdem konnte ich, was Verarbeitungstechniken angeht, schon Einiges dazulernen, ich finde es toll, dass meist auch auf der Innenseite alles "schön" und sauber anzusehen ist.

Bei vielen japanischen Schnitten bleibt aber für mich das "Problem" der Weite. Daran bin ich einfach nicht gewohnt; wobei es mich eigentlich gar nicht so stört, wenn ein Kleidungsstück weit geschnitten ist, ich will nur nicht das Gefühl haben, dass es zu groß ist, das ist schließlich ein Unterschied. 
Auch bei vielen anderen Teilnehmerinnen des Sew-Alongs sind die Stichworte "Sack", "schwanger", "Zelt" usw. immer wieder aufgetaucht; viele schreiben auch, dass sie eine oder zwei Nummern kleiner als gewohnt zugeschnitten haben. Bei den Modellen, die ich für mich genäht habe, habe ich überall (schon von der kleinsten Größe ausgehend) etwas von der Weite weggenommen. Das ist, finde ich, natürlich erlaubt (und ich "muss" sowieso fast jeden Schnitt, egal welcher Herkunft, irgendwie abändern), man kann für den privaten Gebrauch bestehende Schnitte selbstverständlich abändern, auch wenn man so vom Original abweicht. 
Ganz wichtig, die Erfahrung haben wohl alle gemacht, ist auch die Stoffwahl - viele Schnitte funktionieren nur mit sehr gut fallenden, leichten Stoffen.
Immer wieder gefallen sind auch die Stichworte "Abweichen von der europäischen Shilouette" - damit ist wohl genau die für viele (nicht alle!) japanischen Modelle "typische" Weite gemeint, die als Unterschied zur bei "uns" eher gewohnten meist körpernahen/taillierten Kleidung auffällt. Ich finde es spannend, darüber nachzudenken, was diese Art der Schnittführung bewirkt - sieht frau in einem weit geschnittenen "Sack" tatsächlich unförmig, gar "fett" aus? Oder bewirkt die Weite nicht im Gegenteil einen Eindruck von Zerbrechlichkeit und Zartheit? Bietet sie Platz zum Verstecken und Unscheinbarmachen oder ist sie gerade deshalb reizvoll, weil sie nicht alles präsentiert? Und welche Bilder von Weiblichkeit stehen dahinter?
Ihr merkt schon, da gibt es noch Einiges zum Nachdenken, zum Ausprobieren, zum Herumexperimentieren und Mischen mit und von Stilen. Am Ende kommt es schließlich nur darauf an, dass die Frau, die sie trägt, sich in ihren Kleidungsstücken wohl fühlt. In diesem Sinne: Hier gehts zum Finale

Dienstag, 24. Juni 2014

My kids wear: Wale

Schnitte: 
Kleid: LISA
T-Shirt: auch von mir, auf der Grundlage von LISA, gekürzt, an den Seiten begradigt, mit etwas anderen Ärmeln
Hose: von mir
Stoffe: "Inuit-Whale" von Lillestoff; dünner Sweat in hellgrau
          
Vielleicht erinnert sich noch jemand an das Wal-Leiberl, das ich für meinen Sohn genäht habe. Bereits im Winter hatte ich meiner Tochter aus demselben Stoff ein LISA-Kleid genäht. Obwohl die beiden Kleid und T-Shirt immer wieder mal am selben Tag anhatten - das findet v.a. meine Tochter toll -  hab ich es nie geschafft, ein Partner-Look-Foto zu machen. Aber jetzt, mal schnell zwischen den Gewittern!


Die Hose meines Sohns hab ich auch genäht, nach demselben Schnitt wie die Segelboothose. Die (gekaufte) Kappe hat schon die große Schwester getragen; mein Kleiner liebt sie über alles und setzt sie nur in Notfällen ab - letztens musste sie sogar mit ins Bett...

Was andere Kinder so tragen, könnt Ihr bei MyKidWears bewundern, ebenso bei Meitlisache und Made4Boys.

Montag, 23. Juni 2014

Japan-Sew-Along, Teil 7

Heute geht's noch einmal ums Japanische Nähen.
Wie angekündigt, hab ich mich mit dem Modell M aus "Kleider und Tops zum Kombinieren" beschäftigt - und bin sogar, obwohl ich das Nähen zwischenzeitlich recht aufwändig fand, schon fertig geworden. Heute gibt es aber erst einmal nur einen "Teaser" zu sehen, mehr dann beim Finale am Donnerstag.

bluemchenbluseteaser

Am Schnitt hab ich ein paar Änderungen vorgenommen (ich kann eben nicht anders...)
  • Das Kleid hab ich auf Blusenlänge gekürzt, weil ich das bei diesem hellen Stoff passender fand, aus diesem Grund hab ich auch die Ärmel weggelassen (es hätte sonst stark nach Krankenhausnachthemd ausgesehen...). Es ist aber gut möglich, dass ich das Modell aus einem dunkleren Stoff irgendwann mal in Originallänge und mit Ärmeln nähe, gefallen würde es mir ja! :-)
  • Das Oberteil hab ich um ca. 2 cm verlängert, damit es unter und nicht auf der Brust endet.
  • An der hinteren Mitte hab ich ca. 2 cm weggenommen, sonst wäre der Halsausschnitt abgestanden.
  • Auch vorne, obwohl ich etwas Weite weggenommen hatte, ist der Ausschnitt nicht angelegen - der dreieckige Brusteinsatz ist leider sehr unvorteilhaft abgestanden, wie ein Trichter. Ich hab ihn dann noch einmal herausgetrennt (das war nicht so lustig - vielleicht lerne ich es doch noch mal und nähe ein Probeteil...) und hab ihn an den Seiten etwas abgeschnitten. Dadurch ist das Dreieck jetzt viel spitzer und der Ausschnitt sieht natürlich anders aus, aber ich finds auch so nicht schlecht.
  • Am Rücken hab ich - den Tipp hatte Mond, die das Modell ebenfalls genäht hat, gegeben - auch dicht unterhalb der Teilungsnaht einmal mit einem Gummifaden als Unterfaden entlang genäht - bei mir wäre das Rückenteil sonst sehr merkwürdig abgestanden, so liegt es schön an. 
  • Außerdem hab ich das Spitzenband - ja, Ihr hattet Recht, Petrol ist am besten! -  nicht nur am Halsausschnitt verwendet, sondern noch ganz viel davon aufgenäht, das gefällt mir richtig gut (zum Glück hatte ich 5m davon gekauft...).
Wie es den anderen Teilnehmerinnen des Sew-Alongs in der letzten Woche ergangen ist, könnt Ihr hier nachlesen - ich freu mich schon darauf, das heute Abend zu tun.

Freitag, 20. Juni 2014

Kirsch-Schnecken

kirschschnecken

Meine Mama hat mir erzählt, dass sie im Urlaub keine Zimt-, sondern Kirschschnecken gegessen hat. Das wollte ich unbedingt auch einmal ausprobieren und nachbacken.

Dafür hab ich einen "normalen" Germteig gemacht...

100g Mehl + 150g Vollkornmehl mit einer Prise Salz mischen. 1/2 Würfel Germ in 125 ml lauwarmer Milch auflösen, mit einem Teil des Mehls anrühren und ein paar Minuten stehen lassen. 1 versprudeltes Ei und 25g geschmolzene (leicht abgekühlte) Butter dazugeben und alles zu einem Teig verkneten. Diesen ca 40 min gehen lassen.

... und dann den Teig ausgerollt und mit ca. 250g Topfen bestrichen. Über den Topfen hab ich 2-3 EL Zucker verteilt, man könnte auch Honig (Agavendicksaft...) nehmen und vor dem Bestreichen mit dem Topfen verrühren.
Das alles hab ich mit entsteinten Kirschen dicht belegt, vorsichtig eingerollt und in ca. 2 cm dicke Scheiben geschnitten.
Die Schnecken sind aufs Blech gekommen und sind ca. 20 min bei 180° gebacken worden.
Warm haben sie am allerbesten geschmeckt....

Habt noch ein schönes Wochenende!

Mittwoch, 18. Juni 2014

MMM: Sommerblumenkleid

Blumenkleid1
Schnitt: selbst gemacht

Ich weiß eigentlich gar nicht so viel zu sagen zu meinem Blumenkleid. Außer, dass ich es sehr sehr gerne mag. Dass ich den Stoff wunderbar finde. Dass es - wie so oft, wenn ich für mich nähe - ziemlich spontan entstanden ist, mit kurz entschlossen selbst gebasteltem Schnitt. Dass ich es schon ausgeführt habe und mich darin sehr wohl fühle. Und dass es mich bestimmt gut durch den Sommer begleiten wird.

blumenkleid2 

Womit andere Selbernäherinnen sich eine Freude machen, erfährt Ihr beim MeMadeMittwoch.